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Ferdinand Rosenstern
* 1880

FERDINAND
ROSENSTERN
JG. 1880
FLUCHT 1937 HOLLAND
INTERNIERT WESTERBORK
DEPORTIERT 1943
THERESIENSTADT
AUSCHWITZ
ERMORDET 11.10.44

Trostbrücke 2–6

Weitere Stolpersteine in Trostbrücke 2–6: Alfred Wolff | Heinrich Wohlwill | Ernst Werner | Salomon Siegmund Schlomer | Walter Ludwig Samuel | Ferdinand Rosenstern | Ernst Moritz Rappolt | Kurt Perels | Moritz Nordheim | Heinrich Mayer |

Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Dr. Heinrich Wohlwill, geb. 7.2.1874 in Hamburg, am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 31. Januar 1943 ermordet
Ernst Franz Werner, geb. 6.12.1875 in Zörbig, am 6.12.1941 deportiert nach Riga
Salomon (Siegmund) Schlomer, geb. 6.7.1853 in Lübeck-Moisling, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 15.8.1942 ermordet
Dr. Walter Ludwig Oscar Samuel, geb. 28.9.1875 in Hamburg, in den Tod getrieben am 25.3-1943 in Hamburg
Ferdinand Rosenstern, geb. 11.11.1880 in Hamburg, deportiert 1943 von Westerbork nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz, dort am 11.10.1944 ermordet
Dr. Ernst Moritz Rappolt, geb. 12.5.1868 in Hamburg, Freitod am 9.4.1942
Kurt Ferdinand Lothar Perels, geb. 9.3.1878, Flucht in den Tod am 10.9.1933
Dr. Moritz Nordheim, geb. 1.2.1873 in Kassel, Suizid am 18.8.1938 in Hamburg
Heinrich Mayer, geb. 6.2.1866 in Worms, Tod am 2. Dezember 1942 in Theresienstadt.

Hamburg Bezirke

Trostbrücke 2–6

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Ferdinand Rosenstern, geb. 11.11.1880 in Hamburg, deportiert 1943 von Westerbork nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz, dort am 11.10.1944 ermordet
Elsa Rosenstern, geb. Lewandowsky, geb. 5.12.1886 in Hamburg, deportiert 1943 von Westerbork nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz, dort am 11.10.1944 ermordet
Otto Edgar Rosenstern, geb. 1.2.1922 in Hamburg, deportiert am 10.6.1941 ins KZ Mauthausen, dort am 18.9.1941 ums Leben gekommen

Leinpfad 14

Ferdinand Rosenstern wurde in Hamburg geboren und gehörte der jüdischen Gemeinde an. Im Februar 1909 heirateten er und Elsa Lewandowsky, die ebenfalls jüdischer Herkunft war. Das Ehepaar hatte fünf Kinder: Ernst (geb. 5.11.1910), Herbert (geb. 9.12.1911), Werner (geb. 26.7.1913), Irene Lisa (geb. 18.7.1916, verh. Nothmann) und Otto Edgar (geb. 1.2.1922). Die älteren Kinder lebten in den 1930er Jahren bereits im Ausland, der Sohn Otto, der bis 1935 das Heinrich-Hertz-Realgymnasium an der Bundesstraße besuchte, begleitete seine Eltern ins Exil nach Amsterdam.

Die Familie war wohlhabend: Ferdinand Rosenstern hatte die 1848 in Hamburg gegründete Firma Rosenstern und Co, Im- und Export geerbt und führte sie weiter. Die im Südamerika-Handel tätige Firma logierte erst in Deichstraße, später in der Mönckebergstraße. Filialen bestanden in Irland und New York. Ferdinand Rosenstern verlegte sich dann auf den Handel mit Borax, einer Chemikalie, die unter anderem zur Herstellung von Glasfasern, Porzellanglasuren und Kosmetikartikeln verwendet wird, und vertrat in dieser Eigenschaft die Londoner Firma Borax Consolidated. Er fühlte sich offenbar seiner Heimatstadt sehr verbunden, seit mindestens 1913 war er Mitglied der Patriotischen Gesellschaft. Als diese 1935 den "Arierparagraphen" einführte, wurde er dort ausgeschlossen.

Die weiteren antijüdischen Boykott- und Hetzkampagnen der NS-Regierung führten dazu, dass Ferdinand Rosenstern 1937 mit seiner Frau und dem jüngsten Sohn Otto Edgar nach Amsterdam emigrierte. Ein Großteil des Vermögens war aber in Deutschland verblieben und wurde im Dezember 1938 von der Gestapo beschlagnahmt.

Ebenfalls im Jahr 1937 versuchte Ferdinand Rosenstern, die Firma durch die Übergabe an seinen langjährigen Angestellten Erich Schuster zu retten. Der Verkauf, obschon wie in diesen Fällen üblich zu einem sehr niedrigen Preis, scheiterte jedoch am Einspruch des Reichstatthalters. Schuster versuchte, die Firma treuhänderisch weiterzuführen, scheiterte aber letztendlich daran, dass das Unternehmen weiterhin als "jüdisch" galt. Um 1940 musste er die Geschäftstätigkeit ganz einstellen.

Bis zum Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Niederlande zahlte die Firma Borax Consolidated ein kleines Gehalt an Ferdinand Rosenstern in Amsterdam, da er von dort aus die Tätigkeit seines Treuhänders in Hamburg überwachen sollte. Mit der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht endete die relative Sicherheit der Familie Rosenstern in Amsterdam auch in anderer Hinsicht. Otto Rosenstern hatte im niederländischen Eerde eine von Quäkern eingerichtete Schule besucht, die jüdische Flüchtlinge aus Deutschland auf die Auswanderung nach Palästina vorbereiten sollte. Er wurde am 10. Juni 1941 verhaftet und ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Dort kam er am 18. September des gleichen Jahres um.

Die Eltern Elsa und Ferdinand wurden im Mai 1943 von der Gestapo verhaftet und zunächst ins Lager Westerbork in Holland gebracht. Von dort wurden sie am 25. Februar 1944 nach Theresienstadt deportiert. Am 9. Oktober 1944 mussten sie einen weiteren Zug besteigen, der sie zu den Gaskammern von Auschwitz brachte.

Stand April 2014

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