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Irene Tylczak
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

IRENE TYLCZAK
GEB. 25.1.1944
TOT 17.2.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Irene Tylczak kam am 25. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Stefanie Tylczak, geb. am 12.9.1920 in Warthbrücken, war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, kam sie nach Hamburg-Stellingen in das Lager Brüderstraße 8 (1943 Karsten-Niebuhr-Weg, heute Warnstedtstraße) und musste bei Johannes Heins, Konservenfabrik, Zwangsarbeit leisten. Im 8. Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 8. Dezember 1943 nach Hamburg-Veddel in das Lager der „Ostarbeiterinnen“ Peutestraße 66 verlegt, zur Zwangsarbeit für die Hanseatische Nahrungsmittel-Fabrik GmbH. Hochschwanger erfolgte für sie eine weitere Verlegung am 6. Januar 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), als Zwangsarbeiterin für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Stefanie Tylczak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Irene am 2. Februar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Irene die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend. Am 16. Februar 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Darmstörungen“ eingeliefert. Am nächsten Tag verstarb Irene dort am 17. Februar 1944 um 23:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Irene wurde 3 Wochen und 2 Tage alt.

Neun Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 26. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 23. Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten nun für jüdische Beerdigungen bestimmt. In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.

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