Kasimir Wojewodzic
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
KASIMIR
WOJEWODZIC
GEB. 31.8.1944
TOT 22.4.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Kasimir Wojewodzic kam am 31. August 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Franziska Wojewodzic, geb. am 8.2.1910 in Tanannitz. vermutlich Targanice (Türgonne), war ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Finkenwärder und seit dem 4. April 1940 in Hamburg-Billbrook bei der Hamburger Juteindustrie A.G, Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer, Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Liebigstraße 88 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Franziska Wojewodzic in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Kasimir am 8. September 1944 zurück in das Lager Liebigstraße.
Am 23. Oktober 1944 erfolgte für Franziska Wojewodzic und ihren Sohn die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zur Zwangsarbeit für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Dort musste Kasimir die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 22. April 1945 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Seine Krankheit ist in dem Aufnahmebogen als „unbekannt“ verzeichnet. Noch am selben Tag verstarb Kasimir dort um 21:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Lungenentzündung“ und als unterzeichnender Arzt Lehmann angegeben.
Kasimir wurde 7 Monate, 3 Wochen und 1 Tag alt.
Acht Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 30. April 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, ohne Sarg, Grablage: Q 38, Reihe 16, Nr. 5. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 25 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 38 eingeebnet.