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Juruch Turczyn
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JURUCH TURCZYN
GEB. 11.5.1944
TOT 29.4.1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11 Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Juruch Turczyn kam am 11. Mai 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Maria Turczyn, geb. am 25.11.1909 in Mlyny, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Bahrenfeld Zwangsarbeit leisten.

Im 9. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte für sie am 15. April 1944 die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf zum Arbeitseinsatz als „Asbestmischerin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Maria Turczyn in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Juruch am 20. Mai 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Juruch die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Im folgenden Jahr wurde er am 20. März 1945 mit der Diagnose „Bronchitis u. Krätze“ (Entzündung der Mundschleimhaut) in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert und nach zwei Wochen am 3. April 1945 wieder in das Lager Kampchaussee entlassen.

Kurze Zeit später kamen Juruch und Krystina Tesarczyk, ebenfalls aus dem Lager Kampchaussee, in das Krankenhaus Altona, wo beide verstarben.

Jururch verstarb am 29. April 1945 im Allgemeinen Krankenhaus Altona – Hilfskrankenhaus Hohenzollernring 57 um 4:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Masern Bronchopneumonie“ und als unterzeichnender Arzt Reylaender (Liselotte Reylaender) angegeben.

Juruch wurde 1 Jahr, 11 Monate 2 Wochen und 4 Tage alt.

Achtzehn Tage nach seinem Tod fand kurz nach Kriegsende seine Beisetzung am 17. Mai 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, ohne Sarg, Grablage: AE 41, Reihe 17, Nr. 8. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende der 1950er-Jahre wurde es eingeebnet, zusammen mit mindestens 11 weiteren Gräbern der Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen, die am selben Tag ohne Sarg dort begraben worden waren. An Juruch und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.

Maria Turczyn kam nach Kriegsende in das „Camp Luisenberg“ in Eckernförde. Vermutlich dort traf sie den 12 Jahre jüngeren Stanislav Chodak, geb. am 8.6.1921 in Chalpki aus Polen. Er hatte seit 1940 in Boizenburg bei Ludwigslust Zwangsarbeit leisten müssen. Sie heirateten und waren im Mai 1950 als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft für die Auswanderung nach Australien abgelehnt worden. Über Stanislaw ist verzeichnet, dass er Analphabet gewesen sei und nie eine Schule besucht hatte, sondern seit er 10 Jahre alt war, seinen Lebensunterhalt verdient hatte. Maria Turczyn hatte nur 3 Jahre Grundschule besucht.

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