Aldi Marka Starkis
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER SPORTSTRASSE 1943 – 1945
VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERKE
FRAUEN IN ZWANGSARBEIT
IN DER ´AUSLÄNDERKINDER-PFLEGESTÄTTE` 30 KINDER
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT – ERMORDET
ALDI MARKS STARKIS
GEB. 7.12.1944
TOT 16.2.1945
Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10)
Weitere Stolpersteine in Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10): Jury Waschtenko | Wladimir Warschewa | Jan Timanovs | Ramas Simas Straganskini | Aldi Marka Starkis | Nastja Slywinska | Monika Schirck | Robert André Sainsère | Claudette Suzanne Roere | Danielle Josette Rocco |
Jury Waschtenko, geb. am 22.4.1943 in Hamburg, verstorben am 23.4.1943 in Hamburg
Wladimir Warschewa, geb. am 19.2.1945 in Hamburg, verstorben am 1.5.1945 in Hamburg
Jan Timanovs, geb. am 22.1.1945 in Hamburg, verstorben am 26.2.1945 in Hamburg
Ramas Simas Straganskini, geb. am 16.3.1945 in Hamburg, verstorben am 20.5.1945 in Hamburg
Aldi Marks Starkis, geb. am 7.12.1944 in Hamburg, verstorben am 16.2.1945 in Hamburg
Nastja Slywinska, geb. am 5.12.1943 in Hamburg, verstorben am 1.2.1944 in Hamburg
Monika Schirck, geb. am 15.2.1945 in Hamburg, verstorben am 20.3.1945 in Hamburg
Robert André Sainsère, geb. am 8.9.1944 in Hamburg, verstorben am 4.11.1944 in Hamburg
Claudette Suzanne Roere, geb. am 18.4.1945 in Hamburg, verstorben am 2.5.1945 in Hamburg
Danielle Josette Rocco, geb. am 10.4.1945 in Hamburg, verstorben am 28.4.1945 in Hamburg
Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10)
Aldi Marks Starkis, geb. am 7.12.1944 in Hamburg, verstorben am 16.2.1945 in Hamburg
Sportallee / Ecke Weg beim Jäger (Groß Borstel)
ehemals Lager Sportstraße, Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF)
Vereinigte Deutsche Metallwerke AG, Zweigniederlassung Hamburg (VDM)
Aldi Marks Starkis kam am 7. Dezember 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Ursula Starkis, geb. am 24.9.1920 in Zleka/Krs. Goldingen (Zleka/Kuldiga), war evangelischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Lettland verschleppt, kam sie über Wesermünde, dem Lager „Drei Bergen“, mit einer Gruppe lettischer Frauen am 15. Oktober 1943 nach Hamburg-Ottensen in die Baracke „Letten“ im Lager Hohenzollernring, Moortwiete (heute Hohenzollernring/Ecke Daimlerstraße), „Heimstätte der Fischindustrie“. Sie musste für die Firma Rathmann & Co, Fischräucherei, Zwangsarbeit leisten. Vier Monate später erfolgte für sie und die 16 Lettinnen am 22. Februar 1944 die Verlegung nach Hamburg-Bahrenfeld in das Lager Friesenweg 5 zum Zwangsarbeitseinsatz für die Salat- und Majonäsen-Fabrik Hermann Ofterdinger. In der folgenden Zeit wurde sie schwanger.
Im 7. Monat ihrer Schwangerschaft kam sie am 19. September 1944 in das Lager Palmaille 27, „Heimstätte der Fischindustrie“, zur Zwangsarbeit für W. Tollgreve & Co., Fischräucherei und Fischkonservenfabrik. Im 8. Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 19. Oktober 1944 nach Hamburg-Groß Borstel in das Lager Sportstraße 10 verlegt und für die Deutsche Arbeitsfront, Vereinigte Metallwerke A. G., zur Zwangsarbeit als „Küchenhilfe“ eingesetzt.
Ursula Starkis brachte ihren Sohn Aldi Marks in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, zur Welt. Nach dem Wochenbett kehrte sie mit ihm zurück in das Lager Sportstraße. Dort musste Aldi Marks die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn dort völlig unzureichend.
Am 16. Februar 1945 verstarb er im Kinderkrankenhaus Rothenburgsort um 00:00 Uhr. In der Sterbefallanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Keuchhustenpneumonie“ (Keuchhustenlungenentzündung), „Dyspepsie“ (Verdauungsstörung) angegeben. In diesem Dokument, unterzeichnet mit „i. A. Boysen“, vermutlich eine Krankenschwester, ist vermerkt, die Angaben seien auf Grund des Passes der Mutter und der Aufnahmeakte des Kinderkrankenhauses Rothenburgsort erstattet worden. Nach Angabe der Mutter sei keine Geburtsurkunde vorhanden. Als sein Vater ist Max Veit, geb. am 24.12.1911 in Hamburg, eingetragen.
Aldi Marks wurde 2 Monate und 9 Tage alt.
Dreieinhalb Wochen nach seinem Tod fand am 13. März 1945 seine Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 9, Nr. 27. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Einen Tag nach dem Tod ihres Sohnes war Ursula Starkis in die Langenhorner Chaussee verlegt worden, vermutlich zur Zwangsarbeit für in der Nähe ansässige Rüstungsindustrie.