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Nastja Slywinska
* 1943

ZWANGSARBEITSLAGER SPORTSTRASSE 1943 – 1945
VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERKE
FRAUEN IN ZWANGSARBEIT
IN DER ´AUSLÄNDERKINDER-PFLEGESTÄTTE` 30 KINDER
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT – ERMORDET

NASTJA SLYWINSKA
GEB. 5.12.1943
TOT 1.2.1944

Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10)

Weitere Stolpersteine in Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10): Jury Waschtenko | Wladimir Warschewa | Jan Timanovs | Ramas Simas Straganskini | Aldi Marka Starkis | Nastja Slywinska | Monika Schirck | Robert André Sainsère | Claudette Suzanne Roere | Danielle Josette Rocco |

Jury Waschtenko, geb. am 22.4.1943 in Hamburg, verstorben am 23.4.1943 in Hamburg
Wladimir Warschewa, geb. am 19.2.1945 in Hamburg, verstorben am 1.5.1945 in Hamburg
Jan Timanovs, geb. am 22.1.1945 in Hamburg, verstorben am 26.2.1945 in Hamburg
Ramas Simas Straganskini, geb. am 16.3.1945 in Hamburg, verstorben am 20.5.1945 in Hamburg
Aldi Marks Starkis, geb. am 7.12.1944 in Hamburg, verstorben am 16.2.1945 in Hamburg
Nastja Slywinska, geb. am 5.12.1943 in Hamburg, verstorben am 1.2.1944 in Hamburg
Monika Schirck, geb. am 15.2.1945 in Hamburg, verstorben am 20.3.1945 in Hamburg
Robert André Sainsère, geb. am 8.9.1944 in Hamburg, verstorben am 4.11.1944 in Hamburg
Claudette Suzanne Roere, geb. am 18.4.1945 in Hamburg, verstorben am 2.5.1945 in Hamburg
Danielle Josette Rocco, geb. am 10.4.1945 in Hamburg, verstorben am 28.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10)

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Nastja Slywinska, geb. am 5.12.1943 in Hamburg, verstorben am 1.2.1944 in Hamburg

Sportallee / Ecke Weg beim Jäger (Groß Borstel)
ehemals Lager Sportstraße, Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF)
Vereinigte Deutsche Metallwerke AG, Zweigniederlassung Hamburg (VDM)

Nastja Slywinska kam am 5. Dezember 1943 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Efrosena Slywinska, geb. am 17.7.1917 in Laskow, war ledig und vermutlich russisch-orthodoxen Glaubens, registriert als „orthodox“. Aus ihrer Heimat Ukraine verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Altona Zwangsarbeit leisten. Vom Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF), Norderstraße 23 (später Nopitschweg, heute Eschelsweg), einem ehemaligen Altenheim mit Heil- und Pflegeanstalt, das bei einem Bombenangriff am 24./25. Juli zerstört wurde, kam sie am 1. Oktober 1943 nach Hamburg-Langenhorn in das Lager Weg 4, zur Zwangsarbeit für die Deutsche Meßapparate GmbH (Messap). Zu dieser Zeit befand sie sich im 7. Monat ihrer Schwangerschaft. Am 4. Dezember 1943 wurde sie nach Hamburg-Groß Borstel in das Lager Sportstraße verlegt und für die Deutsche Arbeitsfront (DAF), Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (VDM), zur Zwangsarbeit als „Schälfrau“ und „Küchenhilfe“ eingesetzt.

Am Tag darauf brachte Efrosena Slywinska ihre Tochter Nastja dort zur Welt. Noch am selben Tag kam sie zum „Wochenbett“ in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Nach den Aufzeichnungen in der Krankenhausliste sollte sie neun Tage später, am 14. Dezember 1943, nach Maklisa in Oberschlesien entlassen werden, was jedoch nicht geschah. Stattdessen wurde sie mit ihrer Tochter Nastja zurück in das Lager Sportstraße gebracht. Dort musste Nastja die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 31. Januar 1944 wurde sie mit der Diagnose „Ernährungsstörungen“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Dort verstarb sie am nächsten Tag, am 1. Februar 1944 um 19:00 Uhr. In der Todesanzeige ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Nastja wurde 1 Monat, 3 Wochen und 6 Tage alt.

Neun Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 10. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 9. Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten nun für jüdische Beerdigungen bestimmt (siehe Einleitung). In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.

Einen Monat nach der Beisetzung wurde Efrosena Slywinska am 10. März 1944 zur Zwangsarbeit für die Deutsche Arbeitsfront (DAF) nach Hamburg-St. Pauli in das Lager Dammtor, Bei den Kirchhöfen, verlegt.

Bei den Ermittlungen der Registerstelle Hamburg im Jahre 1954 für den Internationalen Suchdienst in Arolsen über den Tod ausländischer Staatsangehöriger in der NS-Zeit wurde bei der Allgemeinen Ortskasse Hamburg nach den Sterbedokumenten und dem Grabnachweis von Nastjas Mutter „Efrosnija Sliwenzka“ nachgefragt. Das Sterbedatum und das Beisetzungsdatum von Nastja konnten bestätigt werden, über ein Ableben der Kindesmutter gab es keine Anhaltspunkte. Weiterhin ist vermerkt: „Vermutlich ist der 10.3.44 der Tag der Auszahlung des Sterbegeldes gewesen.“ Ob den Müttern Sterbegeld ausgezahlt wurde, ist eher fraglich.

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