Albino Pietrogiovanna
* 1924
ALBINO
PIETROGIOVANNA
JG. 1924
ITALIEN
ZWANGSARBEIT
EINGEWIESEN
KRANKENHAUS LANGENHORN
TOT 30.1.1945
Langenhorner Chaussee 625
Weitere Stolpersteine in Langenhorner Chaussee 625: Dimitri Woloschin | Marija Tschechanowitsch | Semjon Pogrebnikow | Albino Pietrogiovanna | Sofia Nietrzebka | Prokop Moskalenko | Ewgenia Masalewskaja | Grigor Gonsarenko | Leonid Dubik | Alexandera Daschewskaja |
Dimitri Woloschin, geb. am 26.10.1925 in Charzissk, verstorben am 29.7.1944 in Hamburg
Marija Tschechanowitsch, geboren am 7.7.1920 in Wowji (Vonji), Russland, verstorben am 12.9.1943 in Hamburg
Semjon Pogrebnikow, geb. am 24.12.1918 Leningrad, verstorben am 2.3.1944 in Hamburg
Albino Pietrogiovanna, geb. am 28.4.1924 in Piatta Valdisotto, verstorben am 30.1.1945 in Hamburg
Sofia Nietrzebka, geb. 31.1.1913 in Zyreidow (Zchrardow, Zyrardozv), verstorben am 10.7.1944 in Hamburg
Prokop Moskalenko, geb. am 8.7.1907 in Poltawa, Russland, verstorben am 19.9.1944 in Hamburg
Ewgenia Masalewskaja, geb. am 12.12.1902 in Leningrad, verstorben am 25.1.1945 in Hamburg
Grigor Gonsarenko, geboren am 7.5.1905 in Kursk, verstorben am 17.10.1943 in Hamburg
Leonid Dubik, geb. am 27.2.1917 in Buznewa, verstorben am 29.11.1943 in Hamburg
Alexandera Daschewskaja, geb. am 31.12.1924 in Werchnij/Woroschilowgrad (Luhansk), verstorben am 12.8.1944 in Hamburg
Langenhorner Chaussee 625
Albino Pietrogiovanna, geb. am 28.4.1924 in Piatta Valdisotto, verstorben am 30.1.1945 in Hamburg
Langenhorner Chaussee neben 625, Gedenkort
Am 28. April 1924 wurde Albino Pietrogiovanna als Sohn von Angelina, geb. Canclini, und Isacco Pietrogiovanna in Piatta Valdisotto, Sondrio, geboren. Während des Zweiten Weltkriegs war er Soldat in der italienischen Armee und gehörte zu den Italienischen Militärangehörigen, die nach dem Sturz Mussolinis und dem Waffenstillstand mit den Alliierten im Sommer 1943 von der Wehrmacht gefangen genommen wurden. Italienische Soldaten, die sich weigerten, weiter an deutscher Seite zu kämpfen, wurden zusammen mit Frauen und Zivilgefangenen aus dem Widerstand zur Zwangsarbeit nach Deutschland verbracht. Ca. 12 500 von ihnen kamen nach Hamburg.
Albino Pietrogiovanna wurde nach Hamburg-Langenhorn verschleppt und musste für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) Zwangsarbeit leisten. Er war im Gemeinschaftslager Tarpenbeck untergebracht.
In der Krankenhausliste ist verzeichnet, dass er am 1. Februar 1945 mit der Diagnose „Unfall“ im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn aufgenommen wurde. Der Eintrag in der Todesanzeige und im Sterberegister für den Todeszeitpunkt lautet jedoch 30. Januar 1945 um 2:45 Uhr.
ln der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Schädelbruch (r. Schläfe) durch Maschinenunfall Innere Schädelblutung“ und als unterzeichnender Arzt Dr. Saupe angegeben. Albino Pietrogiovanna war 20 Jahre alt. Den Todesumständen wurde nicht weiter nachgegangen, sodass die genauen Vorgänge im Dunkeln liegen.
Sechs Tage später fand seine Beisetzung durch die Großhamburgische Bestattungsgesellschaft (GBG) am 12. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage Bi 69, Nr. 536.
Erst am 15. März 1945, nach der Zusendung seines Passes an das Krankenhaus Langenhorn durch den italienischen Verbindungsmann Nicolò Niseteo der italienischen Verbindungsstelle bei der Hauptabteilung Arbeitseinsatz der Gauverwaltung Hamburg der DAF im Besenbinderhof 68, konnten die Angaben im Sterberegister mit dem Eintrag der Namen seiner Eltern ergänzt werden.
Albino Pietrogiovannas Vater war bereits verstorben. Wann seine Mutter, die in seinem Geburtsort in Italien lebte, von dem Tode ihres Sohnes erfuhr, ist nicht bekannt. Seine sterblichen Überreste wurden im Juli 1957 auf den Italienischen Ehrenfriedhof des Hauptfriedhofes Öjendorf umgebettet. Eine Grabsteinplatte aus weißem Carrara-Marmor mit seinem eingravierten Namen und seinem Geburts- und Sterbedatum erinnert an ihn, Grablage Block 5, Reihe M, Grab 30.
Dort befindet sich heute die Ehrenanlage für Italienische Militärinternierte von Norddeutschland, die als Kriegsgefangene Zwangsarbeit leisten mussten. Die 5849 Gräber werden vom Italienischen Generalkonsulat Hannover gepflegt, darunter auch ein Mahnmal für die 20 Kinder vom Bullenhuser Damm.
Auch zwei Kinder von Zwangsarbeiterinnen fanden nach der Umbettung auf dieser Ehrenanlage ihre letzte Ruhestätte, Bianchini Umberto, Block 5, Reihe M, Grab 38, und Marcello Arnaldo Colombo, Block 4, Reihe N, Grab 4.
Eine Stolperschwelle für 700 Italienische Militärinternierte aus dem Lager Schützenpforte 11 erinnert seit dem 13. Februar 2021 vor dem Heinrich-Bauer-Haus in der Burchardstraße 11 an diese Opfer.