Semjon Pogrebnikow
* 1918
SEMJON
POGREBNIKOW
JG. 1918
RUSSLAND
ZWANGSARBEIT
EINGEWIESEN 14.2.1944
KRANKENHAUS ALSTERDORF
TOT 2.3.1944
Langenhorner Chaussee 625
Weitere Stolpersteine in Langenhorner Chaussee 625: Dimitri Woloschin | Marija Tschechanowitsch | Semjon Pogrebnikow | Albino Pietrogiovanna | Sofia Nietrzebka | Prokop Moskalenko | Ewgenia Masalewskaja | Grigor Gonsarenko | Leonid Dubik | Alexandera Daschewskaja |
Dimitri Woloschin, geb. am 26.10.1925 in Charzissk, verstorben am 29.7.1944 in Hamburg
Marija Tschechanowitsch, geboren am 7.7.1920 in Wowji (Vonji), Russland, verstorben am 12.9.1943 in Hamburg
Semjon Pogrebnikow, geb. am 24.12.1918 Leningrad, verstorben am 2.3.1944 in Hamburg
Albino Pietrogiovanna, geb. am 28.4.1924 in Piatta Valdisotto, verstorben am 30.1.1945 in Hamburg
Sofia Nietrzebka, geb. 31.1.1913 in Zyreidow (Zchrardow, Zyrardozv), verstorben am 10.7.1944 in Hamburg
Prokop Moskalenko, geb. am 8.7.1907 in Poltawa, Russland, verstorben am 19.9.1944 in Hamburg
Ewgenia Masalewskaja, geb. am 12.12.1902 in Leningrad, verstorben am 25.1.1945 in Hamburg
Grigor Gonsarenko, geboren am 7.5.1905 in Kursk, verstorben am 17.10.1943 in Hamburg
Leonid Dubik, geb. am 27.2.1917 in Buznewa, verstorben am 29.11.1943 in Hamburg
Alexandera Daschewskaja, geb. am 31.12.1924 in Werchnij/Woroschilowgrad (Luhansk), verstorben am 12.8.1944 in Hamburg
Langenhorner Chaussee 625
Semjon Pogrebnikow, geb. am 24.12.1918 Leningrad, verstorben am 2.3.1944 in Hamburg
Langenhorner Chaussee neben 625, Gedenkort
Semjon Pogrebnikow (geb. 24.12.1918 in Leningrad) und Galina Pogrebnikowa (geb. 12.5.1922 in Molodga) waren verheiratet und römisch-orthodoxen Glaubens. Aus Russland verschleppt, mussten sie in Hamburg-Langenhorn für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) Zwangsarbeit leisten. Sie waren getrennt voneinander im Frauen- und Männerlager des „Ostarbeiterlagers Tannenkoppel“ untergebracht. Galina Pogrebnikowa war in dieser Zeit schwanger. Ihre Tochter Damara wurde am 14. August 1943 in diesem Zwangsarbeitslager geboren.
Semjon Pogrebnikow kam am 14. Februar 1944 mit der Diagnose „Pneumonie“ (Lungenentzündung) zur Aufnahme in das Krankenhaus Alsterdorf. Wenige Wochen später verstarb er dort am 2. März 1944. Semjon Pogrebnikow war 26 Jahre alt. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Lungenabscess, Kreislaufschwäche“ angegeben.
Dreizehn Tage später fand seine Beisetzung durch die Großhamburgische Bestattungsgesellschaft (GBG) am 15. März 1944 um 10:00 Uhr „mit Dekoration und Harmonium- bzw. Orgelmusik“ auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage Bp 73, Reihe 5, Nr. 29. Eine Grabsteinplatte mit seinem eingemeißelten Namen, jedoch anders als in der Sterbeurkunde, mit dem Nachnamen „Togrebnikow“, und den Geburts- und Sterbedaten erinnert dort noch heute an ihn.
Einen Monat nach seinem Tod, am 5. April 1944 kam seine Tochter Damara (geb. 14.8.1943) mit der Diagnose „Dyspepsie“ (Verdauungsstörung) in das Hamburger Ausweichkrankenhaus Wintermoor. Während ihres dortigen Aufenthaltes wurde ihre Mutter Galina Pogrebnikowa am 15. Mai 1944 mit der Diagnose „Diphterie“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingewiesen und nach zwölf Tagen am 23. Mai 1944 wieder zurück in das Zwangsarbeitslager Tannenkoppel entlassen.
Damara kehrte nach viereinhalbwöchigem Aufenthalt im Ausweichkrankenhaus Wintermoor am 13. Juni 1944 ebenfalls zurück in das Lager Tannenkoppel. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie dort völlig unzureichend.
Vier Monate später erkrankte sie erneut und wurde am 5. Oktober 1944 in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ eingeliefert. Dort verstarb sie am 29. Oktober 1944 um 7:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung Lungentbc“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Damara wurde 1 Jahr, 2 Monate und 15 Tage alt.
Acht Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung durch die Großhamburgische Bestattungsgesellschaft (GBG) am 6. November 1944 um 9:00 Uhr auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage Bo 63, Reihe 33, Nr. 16. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 30 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Bo 63 eingeebnet.
Galina Pogrebnikowa hatte innerhalb von acht Monaten ihren Ehemann und ihre Tochter verloren.
Ein Stolperstein erinnert an Damara, zusammen mit weiteren 48 Stolpersteinen für die verstorbenen Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus dem Lager Tannenkoppel, in der Essener Straße 54 (Siehe Biographien www.stolpersteine-hamburg.de).
Für Galina Pogrebnikowa erfolgte am 14. November 1944 die Verlegung zur Zwangsarbeit bei der Deutschen Werft bis zum Kriegsende am 3. Mai 1945.