Boleslaw Georg Olszewska
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
BOLESLAW GEORG
OLSZEWSKA
GEB. 18.9.1944
TOT 27.10.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Boleslaw Georg Olszewska, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 27.10.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Boleslaw Georg Olszewska kam am 18. September 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Marjanna Olszewska, geb. am 19.8.1921 in Nowy Zelechow, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-St. Pauli für die Blohm & Voss KG Schiffbau, Fischmarkt 11–14, Zwangsarbeit leisten. Am 3. September 1942 wurde sie unter der Registrier-Nr. 6637 nach Hamburg-Altona in das Lager Palmaille 27, „Heimstätte der Fischindustrie“, zur Zwangsarbeit für W. Tollgreve & Co., Fischräucherei und Fischkonservenfabrik, verlegt.
Am 21. Februar 1944 kam sie nach Hamburg-Bahrenfeld in das „Polenlager“ Hohenzollernring 233 (heute Leverkusenstraße) zum Arbeitseinsatz für das „Gemeinschaftswerk (G. W.) Industriebetriebe“, Fischwarenfabrik. In dieser Zeit wurde sie schwanger. Hochschwanger wurde sie dann am 4. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) verlegt zur Zwangsarbeit als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Dort brachte sie ihren Sohn Boleslaw Georg am 18. September 1944 um 5:30 Uhr zur Welt. Die „Hausmeisterin“ Adda Bongardt zeigte den Geburtsfall mündlich an. Im Lager Kampchaussee 9 musste Boleslaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 19. Oktober 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Furunkolose“ eingeliefert. Nach acht Tagen verstarb Boleslaw dort am 27. Oktober 1944 um 1:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Furunkolose Intoxikation“ (Entzündungen der Haut Vergiftung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Boleslaw wurde 1 Monat und 1 Tag alt.
Zehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 6. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 14, Nr. 39. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.