Czeslaw Olszewska
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
HIER GEBOREN
CZESLAW
OLSZEWSKA
GEB. 10.10.1944
TOT 8.2.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Czeslaw Olszewska, geb. am 10.10.1944 in Hamburg, verstorben am 8.2.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Czeslaw Olszewska kam am 10. Oktober 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Marija, auch Maria oder Marja, Olszewska, geb. am 2.2.1919 in Przedborz/ Krs. Lodz, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen, Prezcabnz, Kreis Hrucki, Konecrzkastraße 9, verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergstedt, Am Beerbusch, Zwangsarbeit leisten. Unter der Adresse Am Beerbusch 31 (heute Hohenbergstedt 21) befand sich das ehemalige Landhaus Mahr, in der Zeit des Nationalsozialismus zunächst ein Altersheim, dann das „Frauenschaftshaus“ des BDM (Bund Deutscher Mädel).
In der „Wohnung Am Beerbusch“ brachte Marija Olszewska ihren ersten Sohn Bogdan am 25. Juli 1943 zur Welt. Er verstarb im Alter von sechseinhalb Monaten am 8. Februar 1944 im Kleinkindergenesungsheim „Olgaheim“, Bredenbeckstraße 44, Abteilung Wohldorf-Ohlstedt des Kinderkrankenhauses Rothenburgsort.
Marija Olszewska befand sich zu dieser Zeit im ersten Monat einer weiteren Schwangerschaft. Einen Tag vor der Geburt ihres zweiten Kindes kam sie in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst.
Acht Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Czeslaw am 18. Oktober 1944 in das Lager Kampchaussee 9 nach Hamburg-Bergedorf entlassen. Dort musste Czeslaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend. Seine Mutter musste seit dem 1. November 1944 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als „Flechterin“ Zwangsarbeit leisten.
An ihrem 26. Geburtstag, am 2. Februar 1945, wurde Czeslaw in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Pylorespersums u. Rachitis“ (Pylorospasmus – Pförtnerkrampf, schwallartiges nicht aufhörendes Erbrechen u. Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin D Mangel) eingeliefert. Nach sechs Tagen verstarb er dort am 8. Februar 1945 um 21:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung“ und als unterzeichnender Arzt Sosnin angegeben.
Czeslaw wurde 3 Monate, 4 Wochen und 1 Tag alt.
Fünfzehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 23. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 33. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.