Edward Stanislaw Malecka
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
EDWARD
STANISLAW
MALECKA
GEB. 8.1.1944
TOT 5.3.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Edward Stanislaw Malecka, geb. am 8.1.1944 in Hamburg, verstorben am 5.3.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Edward Stanislaw Malecka kam am 8. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Maria Malecka, geb. am 8.5.1923 in Witowo, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war während ihrer Schwangerschaft im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht.
Vier Tage vor der Geburt ihres Kindes wurde Maria Malecka in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Elf Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Edward Stanislaw am 15. Januar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Edward Stanislaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 18. Februar 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Appendicitis“ (Blinddarmentzündung) eingeliefert. Nach zwei Wochen verstarb er dort am 5. März 1944 um 19:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) „Rachitis“ (Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin D Mangel) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Edward Stanislaw wurde 1 Monat, 3 Wochen und 5 Tage alt.
Zehn Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 15. März 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 1, Nr. 18. Ende des Jahres 1959 wurde das Grab zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet. Nur für acht Gräber erfolgte zuvor die Umbettung der sterblichen Überreste auf das Areal Z 35 und für vier Gräber auf das Areal Bp 74. Edwards sterbliche Überreste kamen am 7. Juli 1959 mit denen von drei unbekannten Toten in das Sammelgrab Z 35, Reihe 8, Nr. 33. Eine Grabsteinplatte mit seinem darauf eingemeißelten Namen und seinem Geburts- und Sterbedatum erinnert dort noch heute an ihn.
Maria Malecka kam am 21. August 1944 für sechs Tage zu einer Schwangerschaftsunterbrechung in die Frauenklinik Finkenau. Nach ihrer Entlassung, vielleicht auch schon zuvor, musste sie für den Gemüsebauer A. Buhk, Allermöhe 100 (1943 Billwärder Elbdeich, später Allermöher Deich 311) Zwangsarbeit leisten.