Genovefa Klesczynska
* 1943
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
GENOVEFA
KLESCZYNSKA
GEB. 16.12.1943
TOT 17.12.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Genovefa Klesczynska, geb.am 16.12.1943 in Hamburg, verstorben am 17.12.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Genovefa Klesczynska kam am 16. Dezember 1943 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Palagia Klesczynska, geb. am 16.2.1916 in Gorzyce/Krs. Wylesnia, war römisch- katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten, zunächst ab 9. Dezember 1942 in Hamburg-Altona in der Kieler Straße „8 ..?“ (Nr. nicht vollständig erkennbar). Sie war im Lager Falkenberg, Hamburg-Neugraben, untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Wechselnde Zwangsarbeitseinsatzorte sind für sie in der Ausländermeldekartei verzeichnet: am 6. August 1943 Wesermünde, am 26. Oktober 1943 wieder Hamburg-Neugraben, Lager Falkenberg. Hochschwanger kam Palagia Klesczynska dann am 22. April 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) zur Zwangsarbeit als „Spinnerin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Vermutlich gab es Komplikationen, denn drei Wochen später erfolgte am 10. Januar 1944 ihre Verlegung zusammen mit ihrer Tochter Genovefa in das Ausweichkrankenhaus Wintermoor/Ehrhorn. Nach einer Zeit kamen beide wieder zurück in das Lager Kampchaussee.
Palagia Klesczynska wurde weiter an verschiedenen Orten zur Zwangsarbeit eingesetzt, am 27./29. Januar 1944 ist sie im Lager Hamburg-Ohlsdorf registriert, danach im Lager Sportstraße in Hamburg-Groß-Borstel und anschließend am 21. April 1944 wieder im Lager Kampchaussee. Ob Genovefa ebenfalls mit ihr in diesen Zwangsarbeitslagern untergebracht wurde oder im Lager Kampchaussee verblieb, ist nicht belegt. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Am 29. September 1944 wurde sie vom Lager Kampchaussee in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert, die Diagnose lautete „Ernährungsstörungen“. Nach einem zweieinhalbmonatigen Aufenthalt verstarb sie dort am 17. Dezember 1944 um 10:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Lungentbc“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Genovefa wurde 1 Jahr und 1 Tag alt.
Elf Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 28. Dezember 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bo 63, Reihe 33, Nr. 25. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 30 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Bo 63 eingeebnet. Nur für drei Gräber erfolgte zuvor die Umbettung der sterblichen Überreste auf das Areal Bp 74 und für fünf Gräber auf das Areal Z 35.
In der Ausländermeldekartei wurde Palagia Klesczynska kurz vor Kriegsende am 17. April 1945 in Hamburg-Curslak II, Kurfürstendeich 249 (später Nr. 10), registriert, bei Gemüsebauer Julius Schröder, ihr letzter Zwangsarbeitseinsatz in einem landwirtschaftlichen Betrieb.