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Hugo Eickhoff
* 1906

HUGO EICKHOFF
MDHB 1931 – 1933 KPD
JG. 1906
VERHAFTET 1944
„AKTION GEWITTER“
SACHSENHAUSEN
SONDERBATAILLON
DIRLEWANGER
TOT 15.12.1944 RUMÄNIEN

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

Weitere Stolpersteine in Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus): Hans Westermann | Ernst Thälmann | Theodor Skorzisko | Otto Schumann | August Schmidt | Fritz Simon Reich | Friedrich Lux | Franz Jacob | Hermann Hoefer | Ernst Henning |

Die politische Vita des von der Sozialdemokratie zur KPD gewechselten Bürgerschaftsmitgliedes Hans Westermann ist durch die Kontroversen geprägt, die sein politischer Pragmatismus Ende der 20er Jahre innerhalb der radikalisierten und dogmatisierten KPD auslöste. Sein letztlich gescheiterter Versuch einer Annäherung der KPD an die Sozialdemokratie spiegelt die gesamte Tragik wider, die sich aus der Spaltung der Arbeiterparteien für das Schicksal der Arbeiterbewegung, ihrer führenden Repräsentanten, aber letztlich auch für den Weimarer Staat insgesamt ergaben. Die von Westermann bekämpfte dogmatische Realitätsferne der Parteiführung war Ausdruck politischer Konzeptionslosigkeit, die nur mühsam hinter dem Schleier des auch von der deutschen KPD betriebenen Personenkultes verborgen werden konnte.
Die historiographische Beurteilung der Rolle Ernst Thälmanns, der die deutschen Kommunisten am Vorabend und auf dem Höhepunkt der Großen Krise der späten 1920er und frühen 1930er Jahre führte, war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Auseinandersetzung mit der früheren marxistischen Geschichtsschreibung geprägt, die ihn in einer Art heroisierender Legendenbildung zum „Führer der revolutionären Avantgarde“ und zum „bedeutenden Sohn“ des deutschen Volkes stilisierte.
Theodor Franz Leopold Skorzisko wurde am 9. November 1899 im oberschlesischen Raschlowitz (Kreis Neustadt) geboren. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er zunächst eine landwirtschaftliche Fachschule, arbeitete jedoch nicht im Agrarbereich, sondern als Elektromonteur. In den 1920er Jahren war er zeitweilig in der Firma des später in die USA emigrierten Hamburger Verlegers Weissenberger tätig.
Otto Schumann wurde am 5. November 1988 in Magdeburg-Buckau geboren. In seiner Heimatstadt besuchte er zunächst die Volksschule und lernte anschließend den Beruf des Formers.
August Friedrich Schmidt kam am 13. Juli 1884 in Königsaue bei Quedlinburg zur Welt, wo er nach Abschluss der Volksschule zunächst als Landarbeiter tätig war. 1906 siedelte er nach Hamburg über. Hier fand er zunächst Beschäftigung auf einer Werft im Hafen, die er später jedoch für eine Anstellung am Staatskai aufgab.
Fritz Simon Reich wurde am 31. August 1868 als Sohn jüdischer Eltern in Königsberg/Ostpreußen geboren. Hier besuchte er das Gymnasium bis zur Obersekunda, um anschließend eine kaufmännische Lehre in einem Königsberger „Engrosgeschäft für Kolonialwaren“ zu absolvieren.
Friedrich Albert Lux wurde am 28. September 1892 im Imten/Kreis Wehlau (Ostpreußen) als Sohn des Arbeiters Carl Lux und seiner Ehefrau Wilhelmine geboren. Nach 8 Jahren Volksschulbesuch war er gezwungen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und kam 1907 mit 15 Jahren über Umwege nach Hamburg. Hier fand er Arbeit im Hafen und somit den Weg in die Arbeiterbewegung. Ein Jahr später schloss er sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ) an und trat im selben Jahr der SPD bei. 1911 wurde er Mitglied der Hafenarbeitergewerkschaft.
„Wenn man sich nur einen Augenblick intensiv mit politischen Angelegenheiten beschäftigt, kommt in mir immer stärker der Wunsch hoch, selbst mittendrin zu stehen“, schrieb der 20jährige Franz Jacob 1926 in sein Tagebuch.90 Nur wenige Jahre später war er als Leiter des „Kommunistischen Jugendverbandes“ in Hamburg, als Funktionär der KPD-Bezirksleitung „Wasserkante“, als Bürgerschaftsabgeordneter und schließlich als eine der führenden Persönlichkeiten des kommunistischen Widerstandes in Deutschland.
Rede von Hilde Jacobs anlässlich der Enthüllung des Stolpersteins für ihren Großvater am 10.10.2009 in der Eppendorfer Landstraße 74
Das Bürgerschaftsmitglied Ernst Robert Henning wurde Opfer der gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen auf dem Höhepunkt der „Großen Krise“ zu Beginn der 1930er Jahre. 1931, zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurde er von einem SA-Trupp, der eigentlich dem Bürgerschaftsmitglied und KPD-Funktionär Etkar André aufgelauert hatte, ermordet. Geboren am 12. Oktober 1892 in Magdeburg, erlernte Henning nach dem Besuch der Volksschule das Formerhandwerk. Er arbeitete in verschiedenen Gießereien, trat nach Abschluss seiner Lehre dem „Deutschen Metallarbeiterverband“ und noch vor 1914 der SPD bei.

Hugo Eickhoff wurde am 26. September 1906 in Wandsbek geboren. Er besuchte hier die Volksschule und absolvierte anschließend eine dreieinhalbjährige kaufmännische Lehre. Danach war er als Handlungsgehilfe in Hamburg tätig.

Seine politische Tätigkeit begann zunächst in der bürgerlichen Jugendbewegung, bevor er 1927 über den „Arbeiter-Foto-Bund“ mit der KPD in Berührung kam. 1929 wurde er Mitglied des „Verbandes Proletarischer Freidenker“ und trat wenig später dem „Kommunistischen Jugendverband Deutschlands“ (KJVD) bei. Hier vollzog sich sein Aufstieg in der Hamburger KPD. Bereits 1930 übernahm er die Leitung der Parteijugend in Eimsbüttel, um nur ein Jahr später „Jugendorganisationsleiter“ im KPD-Bezirk „Wasserkante“ zu sein. In dieser Funktion war er nach den Verhaftungswellen vom Februar und März 1933 wesentlich daran beteiligt, die illegale Arbeit der KPDJugendorganisation neu zu strukturieren.

Hugo Eickhoff wurde 1931 als einer von 35 KPD-Abgeordneten in die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Bereits im März 1932 stimmte er der auch von seiner Fraktion zielstrebig herbeigeführten Selbstauflösung des Parlamentes zu, um auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise den Weg für Neuwahlen frei zu machen. Während die NSDAP als stärkste Fraktion aus diesen Wahlen hervorging, erlitt die KPD hingegen starke Verluste von fast 6 %. Trotzdem zog Hugo Eickhoff erneut in das letzte frei gewählte Hamburger Landesparlament ein.

In seinen Redebeiträgen befasste sich Eickhoff vornehmlich mit der sozialen Notlage der Arbeiterjugend. Wiederholt wandte er sich 1932 gegen Bestrebungen zur Einführung der Arbeitsdienstpflicht für arbeitslose Jugendliche. In diesem Kontext wurde er nicht müde, den außerparlamentarischen Kampf gegen das bestehende politische System zu beschwören. Als Angehöriger der extremen Linken seiner Fraktion ließ er in seinen zum Teil erregten Beiträgen keinen Zweifel an seiner Geringschätzung des Parlamentswesens.

Bis Anfang 1943 wohnte Eickhoff in Eimsbüttel. Ob er bereits zu diesem Zeitpunkt im Zusammenhang mit dem Ende 1942 erfolgten Verhaftungswelle der Gestapo gegen den kommunistischen Widerstand in Hamburg oder erst im Zuge der Aktion „Gewitter“ nach dem 20. Juli 1944 verhaftet wurde, ist unklar. Fest steht hingegen, dass er nach seiner Verhaftung in das Konzentrationslager Sachsenhausen verbracht wurde, wo er Ende 1944 in das sog. „Sonderbataillion Dirlewanger“ kommandiert wurde. Diese ausschließlich aus KZ-Häftlingen bestehende Sondereinheit war nach ihrem Kommandanten, dem SS-Oberführer Oskar Dirlewanger benannt.

Hugo Eickhoff verließ nach einer kurzen Ausbildungsphase das KZ Sachsenhausen in Richtung Ostfront. Anfang Dezember kam es im nordungarischen Frontabschnitt zu ersten Gefechten mit der Roten Armee. Hugo Eickhoff ist nur wenig später auf dem Weg seiner Einheit über Hatvan, Jasbereny und Poroslov ins rumänische Focsani gefallen. Als offizielles Todesdatum gilt der 15. Dezember 1944. Ob Eickhoffs Tod im Zusammenhang mit dem Überlaufen von mehreren hundert Häftlingen zur Roten Armee in der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember 1944 steht, ist unklar.

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