Johann Stempczynska
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
JOHANN
STEMPCZYNSKA
GEB. 21.3.1944
TOT 17.10.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Johann Stempczynska, geb. am 21.3.1944 in Hamburg, verstorben am 17.10.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Johann Stempczynska kam am 21. März 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Irena Stempczynska, geb. am 15.3.1921 in Grabow, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Grabow/Polen verschleppt, kam sie zunächst nach Hamburg-Altona und musste seit dem 18. Juni 1942 für die Arbeitsgemeinschaft Eisen und Metall Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Palmaille 27 untergebracht. Am 13. August 1942 erfolgte für sie die Verlegung in das Lager Schützenstraße 38, zur Zwangsarbeit für die Kühne-Wartenberg KG, Essig- und Senffabrik.
Im folgenden Jahr wurde sie schwanger und kam am 9. Dezember 1943 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), als Zwangsarbeiterin für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Irena Stempczynska in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Johann am 29. März 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Johann die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 17. Oktober 1944 verstarb Johann im Allgemeinen Krankenhaus Hamburg-Bergedorf um 21:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist ohne Angabe eines Arztes als Todesursache „Pneumonie“ (Lungenentzündung) angegeben.
Johann wurde 6 Monate, 4 Wochen und 2 Tage alt.
Eine Woche nach seinem Tod wurde er am 24. Oktober 1944 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf beigesetzt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 499.