Direkt zum Inhalt

Josef Dudek
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JOSEF DUDEK
GEB. 29.1.1944
TOT 19.2.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

TODO Hier geht’s zur Karte >

Josef Dudek, geb. am 29.1.1944 in Hamburg, verstorben am 19.2.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Josef Dudek kam am 29. Januar 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Zofia, geb. Kasprzyk, geb. am 3.9.1916 in Magdalenensols, und sein Vater Jozef Dudek, geb. am 25.9.1916 in Bieling, waren römisch-katholischen Glaubens und seit dem 19. Februar 1936 in Polen verheiratet. Aus ihrer Heimat Kielce/Bieling verschleppt, mussten sie in Hamburg-Bergedorf seit dem 26. November 1942 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten, Josef als „Krempelputzer“, Zofia als „Mischerin“.

Sie waren im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht, vermutlich getrennt im Frauen- und Männerlager. Im folgenden Jahr wurde Zofia Dudek schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Sieben Tage nach der Entbindung kam Zofia Dudek mit ihrem Sohn Josef am 5. Februar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Josef die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 18. Februar 1944 wurde er im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Unterernährung“ eingeliefert. Am nächsten Tag verstarb Josef dort am 19. Februar 1944 um 18:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Josef wurde 3 Wochen alt.

Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 26. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 24. Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten für jüdische Beerdigungen bestimmt. In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.

Zurück zu den Suchergebnissen