Karol Kowalczyk
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
KAROL
KOWALCZYK
GEB. 29.4.1944
TOT 8.7.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Karol Kowalczyk, geb. am 29.4.1944 in Hamburg, verstorben am 8.6.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Karol Kowalczyk kam am 29. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Helene Kowalczyk, geb. am 25.7.1918 in dem Dorf Skronia/Landkreis Bialaczow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Lodz in Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf seit dem 14. Mai 1940 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten und wurde als „Dolmetscher“ eingesetzt.
Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger. Sie kam am 8. September 1943 zur Behandlung ihrer „Oedeme“ (Schwellung durch Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe) für eine Woche in das Allgemeine Krankenhaus Bergedorf.
Am 17. Januar 1944 wurde sie in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. In der Rubrik „Krankheit“ der Krankenhausliste ist „Interruption“ eingetragen, demnach sollte noch im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft eine Schwangerschaftsunterbrechung vorgenommen werden. Diese erfolgte jedoch nicht, am folgenden Tag kam sie zurück in das Lager Kampchaussee. Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Helene Kowalczyk erneut in der Frauenklinik Finkenau aufgenommen.
Acht Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Karol am 7. Mai 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Karol die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 6. Juli 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Nieren“ eingeliefert. Zwei Tage später verstarb Karol dort am 8. Juni 1944 um 14:30 Uhr.
In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Gastoenteritis“ (Gastroenteritis, Magen-Darm-Entzündung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Karol wurde 2 Monate und 9 Tage alt.
Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 15. Juli 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 5, Nr. 10. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.