Leszek Moldysz
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
LESZEK MOLDYSZ
GEB. 2.6.1944
TOT 6.7.1944
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Leszek Moldysz, geb. am 2.6.1944 in Hamburg, verstorben am 6.7.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Leszek Moldysz kam am 2. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Helene Moldysz, geb. am 25.11.1923 in Saybusch, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 10. Juni 1940 in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als „Spinnerin“ Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Am 17. April 1944 kam Helene Moldysz mit der Diagnose „Cystopyelitis“ (Entzündung der Harnblase und des Nierenbeckens) in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Nach acht Tagen kehrte sie zurück in das Lager Kampchaussee.
Sechs Wochen später wurde Helene Moldysz zur Geburt ihres Kindes erneut in der Frauenklinik Finkenau aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Leszek am 10. Juni 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Leszek die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 3. Juli 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Enteritis“ (Darmentzündung) eingeliefert. Nach drei Tagen verstarb er dort am 6. Juli 1944 um 12:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Leszek wurde 1 Monat und 4 Tage alt.
Neun Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 15. Juli 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 5, Nr. 11. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.