Direkt zum Inhalt

Richard Jedrzejczak
* 1945

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

RICHARD
JEDRZEJCZAK
GEB. 4.1.1945
TOT 2.4.1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

TODO Hier geht’s zur Karte >

Richard Jedrzejczak, geb. am 4.1.1945 in Hamburg, verstorben am 2.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Richard Jedrzejczak kam am 4. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Lucyna Jedrzejczak, geb. am 27.3.1923 in Lodz, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Ihre Eltern, Heleny, geb. Pelarskich, geb. am 7.5.1885 in Lodz, und der Schuhmacher Josef Jedrzejczak, geb. am 1.8.1875 in Lesmierz/Polen, waren katholischen Glaubens. Lucyna Jedrzejczak wurde aus ihrer Heimat Zgierz/Polen verschleppt und musste seit dem 10. Mai 1943 in Hamburg-Bergedorf als „Asbest-Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) war sie untergebracht. Im darauffolgenden Jahr wurde sie schwanger.

Vier Tage vor der Geburt ihres Kindes kam Lucyna Jedrzejczak in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Ihren Sohn Richard brachte sie am 4. Januar 1945 um 17:25 Uhr zur Welt.

Dreizehn Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn am 17. Januar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee entlassen. Dort musste Richard die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Er verstarb dort am 2. April 1945 um 3:00 Uhr. Im Sterberegister ist als Todesursache „Ernährungsstörung, Pneumonie“ angegeben. Die Dolmetscherin Danuta Czekajowska zeigte den Sterbefall mündlich an und wies sich mit ihrem Lagerausweis aus.

Richard wurde 2 Monate, 4 Wochen und 1 Tag alt.

Fünf Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 7. April 1945 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 515, zusammen im Grab mit Mirek Dziziong, Julia Luzik und Sophie Wietrak.

Lucyna Jedrzejczak heiratete nach dem Krieg am 28. September 1945 in Hamburg-Bergedorf den Autoschlosser Aleksander Dobraczynski. In der Heiratsurkunde ist für ihn verzeichnet „zur Zeit Unteroffizier“, wohnhaft Pinneberg, Kaserne, jetzt „aufenthältlich“ im Lager Hamburg-Lohbrügge, Hindenburgstraße (heute Riehlstraße). Dieser Wohnort ist auch für Lucyna angegeben. Als Trauzeugen fungierten zwei Lagerkameraden.

Aleksander Dobraczynski, geb. am 1.8.1916 in Moskau, war katholischen Glaubens und hatte ebenfalls in Hamburg Zwangsarbeit leisten müssen, zunächst in Hamburg Wandsbek bei der Kraftwagenreparatur für die Daimler-Benz AG, Adolf-Hitler-Damm 115 (heute Friedrich-Ebert-Damm), dann ab 7. August 1943 für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG in Hamburg-Bergedorf.

Zurück zu den Suchergebnissen