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Ryszard Telenga
* 1945

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

RYSZARD
TELENGA
GEB. 22.1.1945
TOT 9.4.1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Ryszard Telenga, geb. am 22.1.1945 in Hamburg, verstorben am 9.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Ryszard Telenga kam am 22. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Weronika Telenga, geb. am 15.12.1922 in Wola Wiazowa, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst seit dem 26. April 1942 in Hamburg-Lokstedt bei der Heinrich Gunkel Fischkonservenfabrik, Osterfeldstraße 36, Zwangsarbeit leisten. Danach befand sie sich im Lager Wilhelmsburg, Langer Morgen. In dieser Zeit war sie schwanger.

Ende des fünften Monats ihrer Schwangerschaft erfolgte ihre Verlegung am 21. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zum Arbeitseinsatz als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.

Die Geburt von Ryszard Telenga ist nicht im Generalregister Geburten 1945 der hamburgischen Standesämter eingetragen. Vermutlich brachte Weronika Telenga ihren Sohn Ryszard im Lager Kampchaussee zur Welt. Dort musste Ryszard die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 5. April 1945 wurde Weronika Telenga mit ihrem Sohn in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Ihre Diagnose lautete „Otitis“ (Ohrenentzündung), Ryszards Diagnose „Ernährungsstörung“.

Nach vier Tagen verstarb er dort am 9. April 1945 um 4:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung“ und als unterzeichnender Arzt Linkon angegeben.

Noch am selben Tag kehrte seine Mutter zur Zwangsarbeit in das Lager Kampchaussee 9 zurück.

Ryszard wurde 2 Monate, 2 Wochen und 4 Tage alt.

Zwei Wochen nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 23. April 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bq 74, Reihe 15, Nr. 9, ohne Sarg, im Sammelgrab mit Alexander Majorow, Veronika Michalczak, Ryszard Staszak und Valentina Warapaewa. An Ryszard und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.

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