Alain Lejeune
* 1945
ZWANGSARBEITSLAGER SPORTSTRASSE 1943 – 1945
VEREINIGTE DEUTSCHE METALLWERKE
FRAUEN IN ZWANGSARBEIT
IN DER ´AUSLÄNDERKINDER-PFLEGESTÄTTE` 30 KINDER
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT – ERMORDET
ALAIN LEJEUNE
GEB. 12.3.1945
TOT 10.5.1945
Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10)
Weitere Stolpersteine in Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10): Jury Waschtenko | Wladimir Warschewa | Jan Timanovs | Ramas Simas Straganskini | Aldi Marka Starkis | Nastja Slywinska | Monika Schirck | Robert André Sainsère | Claudette Suzanne Roere | Danielle Josette Rocco |
Jury Waschtenko, geb. am 22.4.1943 in Hamburg, verstorben am 23.4.1943 in Hamburg
Wladimir Warschewa, geb. am 19.2.1945 in Hamburg, verstorben am 1.5.1945 in Hamburg
Jan Timanovs, geb. am 22.1.1945 in Hamburg, verstorben am 26.2.1945 in Hamburg
Ramas Simas Straganskini, geb. am 16.3.1945 in Hamburg, verstorben am 20.5.1945 in Hamburg
Aldi Marks Starkis, geb. am 7.12.1944 in Hamburg, verstorben am 16.2.1945 in Hamburg
Nastja Slywinska, geb. am 5.12.1943 in Hamburg, verstorben am 1.2.1944 in Hamburg
Monika Schirck, geb. am 15.2.1945 in Hamburg, verstorben am 20.3.1945 in Hamburg
Robert André Sainsère, geb. am 8.9.1944 in Hamburg, verstorben am 4.11.1944 in Hamburg
Claudette Suzanne Roere, geb. am 18.4.1945 in Hamburg, verstorben am 2.5.1945 in Hamburg
Danielle Josette Rocco, geb. am 10.4.1945 in Hamburg, verstorben am 28.4.1945 in Hamburg
Weg beim Jäger 150 (Ehemaliges Zwangsarbeitslager Sportstraße 10)
Alain Lejeune, geb. am 12.3.1945 in Hamburg, verstorben am 10.5.1945 in Hamburg
Sportallee / Ecke Weg beim Jäger (Groß Borstel)
ehemals Lager Sportstraße, Lager der Deutschen Arbeitsfront (DAF)
Vereinigte Deutsche Metallwerke AG, Zweigniederlassung Hamburg (VDM)
Alain Lejeune kam am 12. März 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Eltern, Madeleine Lejeune, geb. Ducy, geb. am 21.7.1923 in Neubourg, und Jean Lejeune, hatten am 28. Dezember 1940 in Delivre geheiratet. Aus ihrer Heimat Frankreich verschleppt, mussten sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten, seine Mutter in Hamburg-Groß Borstel für die Deutsche Arbeitsfront (DAF), Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (VDM). Sie war im Lager Sportstraße untergebracht und in dieser Zeit schwanger. Über den Verbleib ihres Ehemannes Jean Lejeune ist nichts bekannt.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Madeleine Lejeune in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Sieben Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Alain am 19. März 1945 zurück in das Lager Sportstraße. Dort musste Alain die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Zwei Tage nach Kriegsende verstarb er im Hamburger Säuglingsheim e. V., Hochallee 1, am 10. Mai 1945 um 0:55 Uhr. In der Sterbeurkunde ist als Todesursache „Schwere Ernährungsstörung“ (durchgestrichen „Intoxikation“) angegeben. Der Schweißer Jules Decot zeigte den Sterbefall beim Standesamt mündlich an. Es ist nicht bekannt, in welcher Beziehung er zu Madeleine Lejeune stand.
Alain wurde 1 Monat und 4 Wochen alt.
Zwölf Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 22. Mai 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 38, Reihe 17, Nr. 7. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 25 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 38 eingeebnet.