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Friedrich Lux
* 1892

FRIEDRICH LUX
MDHB 1928 – 1933 KPD
JG. 1892
VERHAFTET 25.7.1933
KZ FUHLSBÜTTEL
MISSHANDELT IN
GESTAPO-ZENTRALE
TOT 6.11.1933

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

Weitere Stolpersteine in Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus): Hans Westermann | Ernst Thälmann | Theodor Skorzisko | Otto Schumann | August Schmidt | Fritz Simon Reich | Friedrich Lux | Franz Jacob | Hermann Hoefer | Ernst Henning |

Die politische Vita des von der Sozialdemokratie zur KPD gewechselten Bürgerschaftsmitgliedes Hans Westermann ist durch die Kontroversen geprägt, die sein politischer Pragmatismus Ende der 20er Jahre innerhalb der radikalisierten und dogmatisierten KPD auslöste. Sein letztlich gescheiterter Versuch einer Annäherung der KPD an die Sozialdemokratie spiegelt die gesamte Tragik wider, die sich aus der Spaltung der Arbeiterparteien für das Schicksal der Arbeiterbewegung, ihrer führenden Repräsentanten, aber letztlich auch für den Weimarer Staat insgesamt ergaben. Die von Westermann bekämpfte dogmatische Realitätsferne der Parteiführung war Ausdruck politischer Konzeptionslosigkeit, die nur mühsam hinter dem Schleier des auch von der deutschen KPD betriebenen Personenkultes verborgen werden konnte.
Die historiographische Beurteilung der Rolle Ernst Thälmanns, der die deutschen Kommunisten am Vorabend und auf dem Höhepunkt der Großen Krise der späten 1920er und frühen 1930er Jahre führte, war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Auseinandersetzung mit der früheren marxistischen Geschichtsschreibung geprägt, die ihn in einer Art heroisierender Legendenbildung zum „Führer der revolutionären Avantgarde“ und zum „bedeutenden Sohn“ des deutschen Volkes stilisierte.
Theodor Franz Leopold Skorzisko wurde am 9. November 1899 im oberschlesischen Raschlowitz (Kreis Neustadt) geboren. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er zunächst eine landwirtschaftliche Fachschule, arbeitete jedoch nicht im Agrarbereich, sondern als Elektromonteur. In den 1920er Jahren war er zeitweilig in der Firma des später in die USA emigrierten Hamburger Verlegers Weissenberger tätig.
Otto Schumann wurde am 5. November 1988 in Magdeburg-Buckau geboren. In seiner Heimatstadt besuchte er zunächst die Volksschule und lernte anschließend den Beruf des Formers.
August Friedrich Schmidt kam am 13. Juli 1884 in Königsaue bei Quedlinburg zur Welt, wo er nach Abschluss der Volksschule zunächst als Landarbeiter tätig war. 1906 siedelte er nach Hamburg über. Hier fand er zunächst Beschäftigung auf einer Werft im Hafen, die er später jedoch für eine Anstellung am Staatskai aufgab.
Fritz Simon Reich wurde am 31. August 1868 als Sohn jüdischer Eltern in Königsberg/Ostpreußen geboren. Hier besuchte er das Gymnasium bis zur Obersekunda, um anschließend eine kaufmännische Lehre in einem Königsberger „Engrosgeschäft für Kolonialwaren“ zu absolvieren.
Friedrich Albert Lux wurde am 28. September 1892 im Imten/Kreis Wehlau (Ostpreußen) als Sohn des Arbeiters Carl Lux und seiner Ehefrau Wilhelmine geboren. Nach 8 Jahren Volksschulbesuch war er gezwungen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und kam 1907 mit 15 Jahren über Umwege nach Hamburg. Hier fand er Arbeit im Hafen und somit den Weg in die Arbeiterbewegung. Ein Jahr später schloss er sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ) an und trat im selben Jahr der SPD bei. 1911 wurde er Mitglied der Hafenarbeitergewerkschaft.
„Wenn man sich nur einen Augenblick intensiv mit politischen Angelegenheiten beschäftigt, kommt in mir immer stärker der Wunsch hoch, selbst mittendrin zu stehen“, schrieb der 20jährige Franz Jacob 1926 in sein Tagebuch.90 Nur wenige Jahre später war er als Leiter des „Kommunistischen Jugendverbandes“ in Hamburg, als Funktionär der KPD-Bezirksleitung „Wasserkante“, als Bürgerschaftsabgeordneter und schließlich als eine der führenden Persönlichkeiten des kommunistischen Widerstandes in Deutschland.
Rede von Hilde Jacobs anlässlich der Enthüllung des Stolpersteins für ihren Großvater am 10.10.2009 in der Eppendorfer Landstraße 74
Das Bürgerschaftsmitglied Ernst Robert Henning wurde Opfer der gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen auf dem Höhepunkt der „Großen Krise“ zu Beginn der 1930er Jahre. 1931, zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurde er von einem SA-Trupp, der eigentlich dem Bürgerschaftsmitglied und KPD-Funktionär Etkar André aufgelauert hatte, ermordet. Geboren am 12. Oktober 1892 in Magdeburg, erlernte Henning nach dem Besuch der Volksschule das Formerhandwerk. Er arbeitete in verschiedenen Gießereien, trat nach Abschluss seiner Lehre dem „Deutschen Metallarbeiterverband“ und noch vor 1914 der SPD bei.

Hamburg Bezirke

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

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Friedrich Albert Lux wurde am 28. September 1892 im Imten/Kreis Wehlau (Ostpreußen) als Sohn des Arbeiters Carl Lux und seiner Ehefrau Wilhelmine geboren. Nach 8 Jahren Volksschulbesuch war er gezwungen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und kam 1907 mit 15 Jahren über Umwege nach Hamburg. Hier fand er Arbeit im Hafen und somit den Weg in die Arbeiterbewegung. Ein Jahr später schloss er sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ) an und trat im selben Jahr der SPD bei. 1911 wurde er Mitglied der Hafenarbeitergewerkschaft.

Im Oktober 1912 leistete Friedrich Lux beim Infanterie-Regiment 84 in Schleswig seinen Militärdienst ab. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Unteroffizier des Reserve-Infanterie-Regiments 213 an der Westfront eingesetzt. Zunächst an den Stellungskämpfen an der Isère, 1915 nahm er an den Kämpfen um Ypern, 1916 an der Somme-Schlacht teil. Im Oktober 1916 erhielt Lux das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Während der Frühjahrsoffensive 1918 wurde er beim Armentieres zum Sergeanten befördert. Nach Kriegsende wurde Lux am 13. Dezember 1918 aus dem Heeresdienst nach Hamburg entlassen.

Bereits vor Kriegsende hatte er sich der USPD angeschlossen, die sich 1917 als Sammelbecken der Gegner einer von der MSPD unterstützten deutschen Kriegszielpolitik formiert hatte. Wie viele seiner späteren kommunistischen Bürgerschaftskollegen zählte auch Lux zu denjenigen, die mit dem in der Novemberrevolution 1918 Erreichten nicht zufrieden waren und sich deshalb der Parole vom „Weitertreiben der Revolution“ verschrieben. Daher schloss sich Lux gemeinsam mit dem linken Flügel der USPD Ende 1920 der KPD an, nachdem die Nationalversammlung eine neue republikanische Verfassung ausgearbeitet und die ersten Reichstagswahlen 1920 der „Weimarer Koalition“ aus SPD, DDP und Zentrum die Regierungsverantwortung gebracht hatten.

In den 1920er Jahren war Friedrich Lux als Schauermann im Hafen beschäftigt und widmete sich vornehmlich der Gewerkschaftsarbeit. Nach 1923 beteiligte sich der kommunistische Gewerkschaftsfunktionär aktiv am Aufbau der „Roten Hilfe“ in Hamburg. Während des Oktoberaufstandes 1923 kämpfte Lux, der in der Nähe des Großneumarktes lebte, auf den Barrikaden in der Neustadt.

Anfang 1929 führte er als Gewerkschaftsfunktionär und Vertreter der „Revolutionären Gewerkschaftsopposition“ (RGO) einen wilden Hafenarbeiterstreik an, der bei den sozialdemokratischen Betriebsräten auf nur wenig Verständnis stieß und ebenso wie weitere Versuche, 1929 wilde Streiks zu organisieren, dazu beitrug, die Gräben innerhalb der Arbeiterschaft zu vertiefen. Lux gehörte zu der Gruppe um Heinz Neumann, der unter der Parole: „Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!“ zum gewalttätigen Straßenkampf aufrief und damit harte Reaktionen der von Senator Adolph Schönfelder (SPD) geführten Hamburger Polizei hervorrief.

Im Oktober 1928 zog Friedrich Lux als Nachrücker in die Hamburger Bürgerschaft ein, der er bis zur Auflösung der letzten frei gewählten Bürgerschaft durch die Nationalsozialisten angehören sollte. Auch im Parlament exponierte er sich als Angehöriger des radikalen Flügels seiner Partei. So standen 1929 vor allem die streikenden Werftarbeiter der RGO sowie die soziale Not der Erwerbslosen, für die er in erster Linie die sozialdemokratische Partei verantwortlich machte, im Zentrum seiner Reden.

Am 18. März 1931 gehörte Lux zu denjenigen Abgeordneten der kommunistischen Fraktion, die wegen des Mordes an ihrem Fraktionskollegen Ernst Henning eine Schlägerei mit den Abgeordneten der NSDAP begannen und wegen dieses, in der Geschichte des Hamburger Parlamentes einmaligen Vorganges für einen Monat von der Teilnahme an Bürgerschaftssitzungen ausgeschlossen wurden.

Lux‘ Eintritt in die Bürgerschaft markierte zugleich auch den Beginn (s)eines rasanten Aufstiegs bis in die höchsten Gremien der KPD: Im Frühjahr 1929 wurde er als hauptamtlicher Parteisekretär zunächst Mitglied der KPD-Bezirksleitung, im Juni des Jahres auf dem „Weddinger Parteitag“ ins Zentralkomitee der KPD gewählt. Seine langjährige Erfahrung in der Gewerkschaftsarbeit war ausschlaggebend für die Beförderung zum hauptamtlichen RGO-Sekretär. Auf diesen Aufstieg folgte jedoch ein ebenso plötzlicher wie tiefer Fall: Wegen der grundlegenden, nicht zu überbrückenden Flügelkämpfe innerhalb der Parteiführung wurde Friedrich Lux 1932 als einer der Exponenten des „Neumann-Flügels“ aus dem Zentralkomitee der KPD entfernt.

Politisch als Parteifunktionär entmachtet, blieb Lux jedoch als enger Mitarbeiter Hans Kippenbergers im Militärapparat der KPD tätig. Lux, der als GPU-Mann des Nordens galt, war bereits frühzeitig an Vorbereitungen beteiligt, die KPD in die Illegalität zu überführen. In Kopenhagen richtete er Ende 1932 einen Parteistützpunkt ein, von dem aus die politische Arbeit in Norddeutschland im Fall eines Parteiverbots koordiniert werden sollte.

Damit war eine Voraussetzung geschaffen, in den Jahren 1933/34 in der dänischen Hauptstadt die „Rote Fahne“ zu drucken und von dort auf dem Seeweg nach Norddeutschland zu bringen. Ab 1935 sollte aus dem Kopenhagener Büro der Bezirksleitung „Wasserkante“ die Abschnittsleitung „Nord“ des kommunistischen Widerstandes werden.

Nach dem Reichstagsbrand und dem darauf folgenden Schlag gegen die KPD war Lux führend daran beteiligt, die illegale Parteiorganisation im Bezirk „Wasserkante“ aufzubauen. Bis zu seiner Verhaftung koordinierte er die Verteilung von KPD-Informations- und Propagandamaterialien. Er stand dabei in engem Kontakt zu Emil Schwarz und Egon Nickel, die in Eppendorf und Barmbek ein Verteilersystem aufgebaut hatten. Am Pferdemarkt hatte Lux noch vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in zwei angemieteten Zimmern ein geheimes Büro eingerichtet, in das wichtige Personalunterlagen von der KPD-Bezirksleitung am Valentinskamp ausgelagert wurden. Dieses Büro wurde bis in den Frühsommer 1933 genutzt.

Am 15. Juli des Jahres wurde Friedrich Lux verhaftet und in das Konzentrationslager Fuhlsbüttel eingeliefert, in dessen berüchtigtem „B-Flügel“ die Häftlinge schwersten Misshandlungen und Folterungen ausgesetzt waren. Morde, die entweder hier von der SS-Sonderwachmannschaft oder bei Verhören im Gestapo-Hauptquartier begangen wurden, kaschierte man üblicherweise als Selbstmorde. Selbst die ausländische Presse berichtete über die schweren Misshandlungen, denen Friedrich Lux ausgesetzt war: Ständige Folterungen sollten aus ihm Informationen über die illegale Parteiorganisation der KPD herauspressen.

Am 6. November 1933 beging Friedrich Lux in Zelle 86 der Polizeistation des Untersuchungsgefängnisses am Holstenglacis angeblich „Selbstmord“ durch Erhängen. Sein Leichnam wurde wenige Tage später, am 11. November 1933, auf dem Ohlsdorfer Friedhof

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