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Theodor Skorzisko
* 1899

THEODOR SKORZISKO
MDHB 1931 – 1932 KPD
JG. 1899
FLUCHT 1939
FRANKREICH
INTERNIERT GURS
SCHICKSAL UNBEKANNT

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

Weitere Stolpersteine in Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus): Hans Westermann | Ernst Thälmann | Theodor Skorzisko | Otto Schumann | August Schmidt | Fritz Simon Reich | Friedrich Lux | Franz Jacob | Hermann Hoefer | Ernst Henning |

Die politische Vita des von der Sozialdemokratie zur KPD gewechselten Bürgerschaftsmitgliedes Hans Westermann ist durch die Kontroversen geprägt, die sein politischer Pragmatismus Ende der 20er Jahre innerhalb der radikalisierten und dogmatisierten KPD auslöste. Sein letztlich gescheiterter Versuch einer Annäherung der KPD an die Sozialdemokratie spiegelt die gesamte Tragik wider, die sich aus der Spaltung der Arbeiterparteien für das Schicksal der Arbeiterbewegung, ihrer führenden Repräsentanten, aber letztlich auch für den Weimarer Staat insgesamt ergaben. Die von Westermann bekämpfte dogmatische Realitätsferne der Parteiführung war Ausdruck politischer Konzeptionslosigkeit, die nur mühsam hinter dem Schleier des auch von der deutschen KPD betriebenen Personenkultes verborgen werden konnte.
Die historiographische Beurteilung der Rolle Ernst Thälmanns, der die deutschen Kommunisten am Vorabend und auf dem Höhepunkt der Großen Krise der späten 1920er und frühen 1930er Jahre führte, war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Auseinandersetzung mit der früheren marxistischen Geschichtsschreibung geprägt, die ihn in einer Art heroisierender Legendenbildung zum „Führer der revolutionären Avantgarde“ und zum „bedeutenden Sohn“ des deutschen Volkes stilisierte.
Theodor Franz Leopold Skorzisko wurde am 9. November 1899 im oberschlesischen Raschlowitz (Kreis Neustadt) geboren. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er zunächst eine landwirtschaftliche Fachschule, arbeitete jedoch nicht im Agrarbereich, sondern als Elektromonteur. In den 1920er Jahren war er zeitweilig in der Firma des später in die USA emigrierten Hamburger Verlegers Weissenberger tätig.
Otto Schumann wurde am 5. November 1988 in Magdeburg-Buckau geboren. In seiner Heimatstadt besuchte er zunächst die Volksschule und lernte anschließend den Beruf des Formers.
August Friedrich Schmidt kam am 13. Juli 1884 in Königsaue bei Quedlinburg zur Welt, wo er nach Abschluss der Volksschule zunächst als Landarbeiter tätig war. 1906 siedelte er nach Hamburg über. Hier fand er zunächst Beschäftigung auf einer Werft im Hafen, die er später jedoch für eine Anstellung am Staatskai aufgab.
Fritz Simon Reich wurde am 31. August 1868 als Sohn jüdischer Eltern in Königsberg/Ostpreußen geboren. Hier besuchte er das Gymnasium bis zur Obersekunda, um anschließend eine kaufmännische Lehre in einem Königsberger „Engrosgeschäft für Kolonialwaren“ zu absolvieren.
Friedrich Albert Lux wurde am 28. September 1892 im Imten/Kreis Wehlau (Ostpreußen) als Sohn des Arbeiters Carl Lux und seiner Ehefrau Wilhelmine geboren. Nach 8 Jahren Volksschulbesuch war er gezwungen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und kam 1907 mit 15 Jahren über Umwege nach Hamburg. Hier fand er Arbeit im Hafen und somit den Weg in die Arbeiterbewegung. Ein Jahr später schloss er sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ) an und trat im selben Jahr der SPD bei. 1911 wurde er Mitglied der Hafenarbeitergewerkschaft.
„Wenn man sich nur einen Augenblick intensiv mit politischen Angelegenheiten beschäftigt, kommt in mir immer stärker der Wunsch hoch, selbst mittendrin zu stehen“, schrieb der 20jährige Franz Jacob 1926 in sein Tagebuch.90 Nur wenige Jahre später war er als Leiter des „Kommunistischen Jugendverbandes“ in Hamburg, als Funktionär der KPD-Bezirksleitung „Wasserkante“, als Bürgerschaftsabgeordneter und schließlich als eine der führenden Persönlichkeiten des kommunistischen Widerstandes in Deutschland.
Rede von Hilde Jacobs anlässlich der Enthüllung des Stolpersteins für ihren Großvater am 10.10.2009 in der Eppendorfer Landstraße 74
Das Bürgerschaftsmitglied Ernst Robert Henning wurde Opfer der gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen auf dem Höhepunkt der „Großen Krise“ zu Beginn der 1930er Jahre. 1931, zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurde er von einem SA-Trupp, der eigentlich dem Bürgerschaftsmitglied und KPD-Funktionär Etkar André aufgelauert hatte, ermordet. Geboren am 12. Oktober 1892 in Magdeburg, erlernte Henning nach dem Besuch der Volksschule das Formerhandwerk. Er arbeitete in verschiedenen Gießereien, trat nach Abschluss seiner Lehre dem „Deutschen Metallarbeiterverband“ und noch vor 1914 der SPD bei.

Hamburg Bezirke

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

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Theodor Franz Leopold Skorzisko wurde am 9. November 1899 im oberschlesischen Raschlowitz (Kreis Neustadt) geboren. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er zunächst eine landwirtschaftliche Fachschule, arbeitete jedoch nicht im Agrarbereich, sondern als Elektromonteur. In den 1920er Jahren war er zeitweilig in der Firma des später in die USA emigrierten Hamburger Verlegers Weissenberger tätig.

Skorziskos politischer Werdegang und vor allem sein Weg in die Hamburger KPD sind ungeklärt. Erstmals trat er mit seiner Wahl in die Hamburger Bürgerschaft im September 1931 in Erscheinung. Die Dauer seiner Parlamentszugehörigkeit endet bereits mit den Neuwahlen im April 1932, die seiner Partei den Verlust von neun Sitzen brachten. In den wenigen Monaten als Bürgerschaftsabgeordneter war Skorzisko Mitglied der gemischten „Kommission zur Festsetzung der Mieten“ sowie stellvertretendes Vorstandsmitglied der „Hamburgischen Beleihungskasse für Hypotheken“. Als Redner für seine Fraktion ist Theodor Skorzisko nicht hervorgetreten.

Nach dem Parteiverbot 1933 war er „Politischer Leiter“ einer Parteizelle der illegalen Stadtteilorganisation in Eppendorf und dürfte hier eng mit seinem früheren Fraktionskollegen August Schmidt zusammengearbeitet haben, der die illegale Parteiarbeit in Winterhude koordinierte.

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten begann auch für Theodor Skorzisko die Zeit politisch motivierter, staatlicher Verfolgung. Zweimal wurde er in „Schutzhaft“ genommen: am 15. Mai 1933 für fünf Monate, Ende März 1934 noch einmal für eine Woche. Am 15. September 1934 wurde Skorzisko erneut verhaftet und Anklage wegen illegaler politischer Betätigung erhoben. Nach längerer Untersuchungshaft verurteilte ihn das Hamburger Oberlandesgericht 1935 zu 18 Monaten Gefängnis.

Unmittelbar nach seiner Haftentlassung verließ Skorzisko die Hansestadt und hielt sich für kurze Zeit bei Verwandten in Gleiwitz in Oberschlesien auf. Weil er auch weiterhin „politische Nachstellungen“ befürchtete, verließ er Deutschland noch im selben Jahr und begab sich über Polen in die Tschechoslowakei. Möglicherweise beabsichtigte er zu diesem Zeitpunkt, wie so viele seiner deutschen Parteigenossen über das Prager Durchgangslager in die Sowjetunion zu emigrieren. Ende 1936 brach der Briefkontakt zu seiner Frau in Hamburg ab.

Theodor Skorzisko floh vermutlich noch kurz vor der Besetzung Prags durch deutsche Truppen im März 1939 nach Paris. Hier war er mündlicher Überlieferung zufolge bis ins Jahr 1940 in deutschen Emigrantenzirkeln politisch aktiv. Anfang 1940 mit einer schweren Lungenentzündung in ein Pariser Krankenhaus eingeliefert, soll er noch Mitte Juni, kurz vor der Besetzung der französischen Hauptstadt durch deutsche Truppen, evakuiert worden sein. Möglicherweise ist er wenig später von der französischen Polizei verhaftet worden und in einem der unmittelbar nach Inkrafttreten des Waffenstillstandes eingerichteten Internierungslager umgekommen.

Theodor Skorzisko hinterließ neben seiner Ehefrau zwei Söhne. Auf Antrag der Familie wurde er nach dem Krieg für tot erklärt, das Gericht setzte den 31. Dezember 1941 als Todesdatum fest.

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