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Otto Schumann
* 1888

OTTO SCHUMANN
MDHB 1931 – 1933 SPD
JG. 1888
VERHAFTET 1944
„AKTION GEWITTER“
NEUENGAMME
TODESMARSCH
TOT 3.5.1945
„CAP ARCONA“

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

Weitere Stolpersteine in Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus): Hans Westermann | Ernst Thälmann | Theodor Skorzisko | Otto Schumann | August Schmidt | Fritz Simon Reich | Friedrich Lux | Franz Jacob | Hermann Hoefer | Ernst Henning |

Die politische Vita des von der Sozialdemokratie zur KPD gewechselten Bürgerschaftsmitgliedes Hans Westermann ist durch die Kontroversen geprägt, die sein politischer Pragmatismus Ende der 20er Jahre innerhalb der radikalisierten und dogmatisierten KPD auslöste. Sein letztlich gescheiterter Versuch einer Annäherung der KPD an die Sozialdemokratie spiegelt die gesamte Tragik wider, die sich aus der Spaltung der Arbeiterparteien für das Schicksal der Arbeiterbewegung, ihrer führenden Repräsentanten, aber letztlich auch für den Weimarer Staat insgesamt ergaben. Die von Westermann bekämpfte dogmatische Realitätsferne der Parteiführung war Ausdruck politischer Konzeptionslosigkeit, die nur mühsam hinter dem Schleier des auch von der deutschen KPD betriebenen Personenkultes verborgen werden konnte.
Die historiographische Beurteilung der Rolle Ernst Thälmanns, der die deutschen Kommunisten am Vorabend und auf dem Höhepunkt der Großen Krise der späten 1920er und frühen 1930er Jahre führte, war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Auseinandersetzung mit der früheren marxistischen Geschichtsschreibung geprägt, die ihn in einer Art heroisierender Legendenbildung zum „Führer der revolutionären Avantgarde“ und zum „bedeutenden Sohn“ des deutschen Volkes stilisierte.
Theodor Franz Leopold Skorzisko wurde am 9. November 1899 im oberschlesischen Raschlowitz (Kreis Neustadt) geboren. Nach Abschluss der Volksschule besuchte er zunächst eine landwirtschaftliche Fachschule, arbeitete jedoch nicht im Agrarbereich, sondern als Elektromonteur. In den 1920er Jahren war er zeitweilig in der Firma des später in die USA emigrierten Hamburger Verlegers Weissenberger tätig.
Otto Schumann wurde am 5. November 1988 in Magdeburg-Buckau geboren. In seiner Heimatstadt besuchte er zunächst die Volksschule und lernte anschließend den Beruf des Formers.
August Friedrich Schmidt kam am 13. Juli 1884 in Königsaue bei Quedlinburg zur Welt, wo er nach Abschluss der Volksschule zunächst als Landarbeiter tätig war. 1906 siedelte er nach Hamburg über. Hier fand er zunächst Beschäftigung auf einer Werft im Hafen, die er später jedoch für eine Anstellung am Staatskai aufgab.
Fritz Simon Reich wurde am 31. August 1868 als Sohn jüdischer Eltern in Königsberg/Ostpreußen geboren. Hier besuchte er das Gymnasium bis zur Obersekunda, um anschließend eine kaufmännische Lehre in einem Königsberger „Engrosgeschäft für Kolonialwaren“ zu absolvieren.
Friedrich Albert Lux wurde am 28. September 1892 im Imten/Kreis Wehlau (Ostpreußen) als Sohn des Arbeiters Carl Lux und seiner Ehefrau Wilhelmine geboren. Nach 8 Jahren Volksschulbesuch war er gezwungen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und kam 1907 mit 15 Jahren über Umwege nach Hamburg. Hier fand er Arbeit im Hafen und somit den Weg in die Arbeiterbewegung. Ein Jahr später schloss er sich der „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ) an und trat im selben Jahr der SPD bei. 1911 wurde er Mitglied der Hafenarbeitergewerkschaft.
„Wenn man sich nur einen Augenblick intensiv mit politischen Angelegenheiten beschäftigt, kommt in mir immer stärker der Wunsch hoch, selbst mittendrin zu stehen“, schrieb der 20jährige Franz Jacob 1926 in sein Tagebuch.90 Nur wenige Jahre später war er als Leiter des „Kommunistischen Jugendverbandes“ in Hamburg, als Funktionär der KPD-Bezirksleitung „Wasserkante“, als Bürgerschaftsabgeordneter und schließlich als eine der führenden Persönlichkeiten des kommunistischen Widerstandes in Deutschland.
Rede von Hilde Jacobs anlässlich der Enthüllung des Stolpersteins für ihren Großvater am 10.10.2009 in der Eppendorfer Landstraße 74
Das Bürgerschaftsmitglied Ernst Robert Henning wurde Opfer der gewalttätigen politischen Auseinandersetzungen auf dem Höhepunkt der „Großen Krise“ zu Beginn der 1930er Jahre. 1931, zwei Jahre vor der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurde er von einem SA-Trupp, der eigentlich dem Bürgerschaftsmitglied und KPD-Funktionär Etkar André aufgelauert hatte, ermordet. Geboren am 12. Oktober 1892 in Magdeburg, erlernte Henning nach dem Besuch der Volksschule das Formerhandwerk. Er arbeitete in verschiedenen Gießereien, trat nach Abschluss seiner Lehre dem „Deutschen Metallarbeiterverband“ und noch vor 1914 der SPD bei.

Hamburg Bezirke

Rathausmarkt 1 (links vor dem Rathaus)

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Otto Schumann wurde am 5. November 1988 in Magdeburg-Buckau geboren. In seiner Heimatstadt besuchte er zunächst die Volksschule und lernte anschließend den Beruf des Formers.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg kam Otto Schumann nach Hamburg. Der aktive Gewerkschafter trat bereits 1907, im Alter von 19 Jahren, in die SPD ein. 1908 fand er eine Anstellung bei Blohm & Voss.

Nach dem Ersten Weltkrieg, den Schumann als Soldat an der Westfront verbrachte, bekleidete er in Hamburg Funktionärsposten in der „Gewerkschaft der Former und Gießereiarbeiter“ und nach 1925 auch im sozialdemokratischen „Reichsbanner“, wo er als Revisor tätig war. Daneben leitete er den SPD-Distrikt „Neustadt“.

Das Formerhandwerk übte Schumann bis 1926 aus. Danach wechselte er als Angestellter zum Arbeitsamt, wo er als Arbeitsvermittler tätig war, zuletzt beim Landesarbeitsamt „Nordmark“.

Otto Schumann zog über die „Katastrophenwahlen“ des Jahres 1931 in die Bürgerschaft ein. Das Anwachsen der Kommunistischen Fraktion von 27 auf 35 Abgeordnete und das der NSDAP von 3 auf 43 Abgeordnete machte die Bürgerschaft angesichts der fortan bestehenden Sperrminorität der radikalen Parteien handlungsunfähig und zwang den Koalitionssenat aus SPD, Staatspartei und DVP zum Rückgriff auf das Notverordnungsrecht. Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit hatten damit auch in Hamburg dazu geführt, dass der Parlamentarismus von den radikalen Parteien aus den Angeln gehoben werden konnte. Es war unter diesen Bedingungen für Schumann kaum möglich, als neuer Abgeordneter Akzente zu setzen und politisch gestaltend tätig zu werden. Die Möglichkeit zur sachbezogenen Arbeit war angesichts der zahlreichen, allein auf propagandistische Wirkung zielenden Anträge der Nationalsozialisten und Kommunisten ohnehin nicht mehr gegeben. Auch die Neuwahlen vom April 1932, bei denen Schumann erneut ein Mandat erhielt, brachten keine Änderung des eingetretenen Verfassungsnotstandes.

Als Redner für seine Partei ist Otto Schumann kaum hervorgetreten. Er widmete sich der Ausschussarbeit und war hier u.a. verkehrspolitischen Fragen zugewandt. Sein Mandat verlor der sozialdemokratische Abgeordnete im Zuge der „Gleichschaltung“ des Hamburger Parlaments Ende März 1933.

Schumann gehörte von Anbeginn zu den Kritikern des strengen Legalitätskurses der SPD-Parteiführung. Er hielt es für nicht ausreichend, unter den Bedingungen der Diktatur vom „Boden der Gesetzlichkeit“ aus Oppositionsarbeit zu betreiben. Mit der Beschlagnahme des Parteivermögens am 10. Mai 1933, dem Tag des Zusammentritts der „gleichgeschalteten“ hamburgischen Bürgerschaft, sah Schumann endgültig den Zeitpunkt gekommen, die illegale Parteiarbeit zu organisieren. Da er ein Parteiverbot für nicht mehr vermeidbar hielt, trat er zusammen mit Fraktionsmitgliedern und Distriktleitern für die Aufgabe der bisherigen Stillhaltetaktik ein. Die von Hans Podeyn noch am Tage der Bürgerschaftseröffnung verkündete „Bereitwilligkeit zur praktischen Mitarbeit“ lehnte er ab.

Nach seinem Ausscheiden aus der Bürgerschaft wurde Schumann 1933 von der „Säuberung“ des öffentlichen Dienstes durch die Nationalsozialisten getroffen: Unmittelbar nach dem Verbot der SPD wurde der Sozialdemokrat unter Anwendung des sog. „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus dem Staatsdienst entlassen. Kurze Zeit später machte er sich als Wäschereibesitzer selbständig.

Schumann hielt Kontakt zu ehemaligen Parteifreunden und war an den, insbesondere von Funktionären der mittleren Organisationsebene getragenen Versuchen zum Aufbau einer illegalen Parteiorganisation beteiligt. Unter Führung von Schumanns Parteifreund und Fraktionskollegen Walter Schmedemann konnten die einzelnen SPD-Distrikte erfasst und personell koordiniert werden. Schumann selbst leitete zeitweise den Distrikt „Hamburg-Neustadt“.

Im Einklang mit den Vorgaben der sozialdemokratischen Parteiführung im Exil („Sopade“) wurde versucht, politische Informations-und Aufklärungsarbeit zu leisten. So wurden aus dem Ausland eingeschmuggelte Zeitungen und unter unverfänglichem Titel hergestellte Broschüren politischen Inhalts verteilt. Einen weiteren Schwerpunkt ihrer illegalen Arbeit sah die „Schmedemann-Gruppe“ in der sog. „Gefangenenfürsorge“. Durch Beitragserhebung und nach Deutschland geschmuggelte Geldspenden aus dem Ausland wurde es ermöglicht, bedürftige Angehörige politischer Gefangener finanziell zu unterstützen. Otto Schumanns Aufgabe war es dabei, die Sammlung und Verteilung der Gelder zu koordinieren. Es war Schumann, der für die illegalen Treffen, an denen er selbst regelmäßig teilnahm, bei einer Bekannten ein Zimmer besorgte. Im Oktober 1934 zerschlug die Gestapo die „Schmedemann-Gruppe“ und auch Otto Schumann wurde verhaftet. Das Oberlandesgericht Hamburg verurteilte ihn im November 1934 zu einer Gefängnisstrafe von 21 Monaten.

Über Schumanns politische Tätigkeit nach seiner Haftentlassung ist wenig bekannt. Manches spricht dafür, dass er sich auch weiterhin an der illegalen politischen Arbeit beteiligte. Unmittelbar nach dem Attentat vom 20. Juli wurde Otto Schumann im Zuge der sog. Aktion „Gewitter“ verhaftet und in das KZ Neuengamme gebracht.

Als Ende April 1945 im Zeichen der bevorstehenden Kapitulation die „Evakuierung“ Neuengammes begann, gehörte Otto Schumann zu den etwa 10 000 Gefangenen, die auf den Todesmarsch zu den in der Lübecker Bucht auf Reede liegenden Schiffen CAP ARCONA und THIELBEK geschickt wurden. Bei einem Angriff britischer Jagdbomber auf zahlreiche Schiffe in der Lübecker Bucht am 3. Mai 1945, der eine Flucht von nationalsozialistischen Kriegsverbrechern ins Ausland verhindern sollte, wurden auch die CAP ARCONA und die THIELBEK angegriffen. 7 000 Häftlinge kamen dabei ums Leben, unter ihnen Otto Schumann.

Im Gedenken an Otto Schumann wurden Straßen in Lohbrügge und Ahrensburg nach ihm benannt.

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